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	<title> &#187; Infos</title>
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		<title>Warum Bildungsstreik?</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 23:47:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Infos]]></category>
		<category><![CDATA[Forderungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum wir die gegenwärtige Situation in der Bildungspolitik dringend verändern müssen!
Weltweit ist Bildung im Wandel: Das Ideal einer gemeinwohlorientierten Bildung,
die genügend Raum zur Selbstverwirklichung bietet und zur kritischen Reflexion
der Gesellschaft befähigt, wird zurückgedrängt. Stattdessen wird Bildung nach
profitabler Brauchbarkeit am Arbeitsmarkt ausgerichtet und damit zunehmend
zur Ware. Diverse so genannte „Reformen“, die Einführung von Studiengebühren
und die inakzeptable [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum wir die gegenwärtige Situation in der Bildungspolitik dringend verändern müssen!</p>
<p>Weltweit ist Bildung im Wandel: Das Ideal einer gemeinwohlorientierten Bildung,<br />
die genügend Raum zur Selbstverwirklichung bietet und zur kritischen Reflexion<br />
der Gesellschaft befähigt, wird zurückgedrängt. Stattdessen wird Bildung nach<br />
profitabler Brauchbarkeit am Arbeitsmarkt ausgerichtet und damit zunehmend<br />
zur Ware. Diverse so genannte „Reformen“, die Einführung von Studiengebühren<br />
und die inakzeptable Verkürzung der Lernzeiten und Verknappung von<br />
Lehrangeboten führen zu spürbaren Einschränkungen im Bildungsbereich, obwohl<br />
sie nach Aussagen von Politikern die „Qualität“ steigern sollten.<br />
Dagegen regt sich Widerstand. Das Bildungssystem leidet an einem chronischen<br />
Mangel an Mitteln auf Kosten der Menschen; dafür gibt es nur eine einzige<br />
Lösung: Mehr Mittel! In diesem Zusammenhang steht der bundesweite<br />
Bildungsstreik, an dem wir uns auch in Flensburg im Zeitraum 15.-19. Juni 2009<br />
beteiligen wollen.</p>
<p>Ausgehend von der gegenwärtigen Situation lauten unsere Forderungen:</p>
<p>Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen!</p>
<p>Situation: Zu einem großen Anteil gewährleisten unterbezahlte und unbezahlte<br />
Lehrbeauftragte die Hochschulbildung. Angehende Lehrer_innen werden mit<br />
Zeitverträgen unter einem Jahr hingehalten. Lehrkräfte sind in zu großen<br />
Klassenverbänden mit verhaltensauffälligen Kindern konfrontiert und erhalten<br />
wenig sozialpädagogische Unterstützung. Lernende lernen oberflächlich für<br />
Noten, statt für ein tieferes Verständnis der Inhalte. Anreize für gute Leistungen<br />
gibt es fast gar nicht, stattdessen Beschränkungen, Gebühren, Sanktionen,<br />
Schulden. Die Bibliotheken bleiben in Ausstattung und Öffnungszeiten weit hinter<br />
den Konsumtempeln zurück.</p>
<p>Wir fordern:<br />
• die Beendigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse in allen<br />
Bildungsinstitutionen;<br />
• die Aufstockung des Lehrpersonals und Verbesserung des<br />
Betreuungsverhältnisses in Schulen und Hochschulen;<br />
• die Umsetzung von Bildungskonzepten, die ein Begreifen der Welt fördern<br />
und auf Zensuren und die selektive Determinierung von Lebensläufen<br />
verzichten;<br />
• die Behebung der gravierenden Mängel der Bibliotheken, d. h. Erweiterung<br />
der Bestände und Verlängerung der Öffnungszeiten, z. B. an der ZHB von<br />
45 auf 70 Stunden pro Woche.</p>
<p>Verbesserung der Abschlüsse BA/MA zu einer vernünftigen Studienform!</p>
<p>Situation: Eine im angelsächsischen Raum traditionell gewachsene Studienform<br />
wurde dem deutschen System 2005/2006 übergestülpt mit dem Resultat:<br />
Verkürzte Lernzeit, erhöhter Leistungsdruck, totalitäre Punkte-Erfassung, starre<br />
Stundenplanvorgaben, fehlende Vergleichbarkeit. Die „Vergleichbarkeit der<br />
Studienabschlüsse“ war 1999 das zentrale Argument der Rechtfertigung des<br />
„Bologna-Prozesses“ gewesen. Vier Jahre nach Einführung ist der Wechsel<br />
zwischen deutschen Hochschulen kein bisschen leichter als früher. Das Gegenteil<br />
ist der Fall!</p>
<p>Wir fordern:<br />
• Das Ende der Verschulung des Studiums, von Leistungsdruck bzw.<br />
Lernstress und permanenter Kontrolle (Prüfungen und Punkte);<br />
• die Wiederherstellung der Möglichkeit, im Studium selbstbestimmt<br />
individuelle Schwerpunkte zu setzen;<br />
• die tatsächliche Umsetzung der Vergleichbarkeit zwischen den<br />
Hochschulangeboten (zwecks Studienortswechsel).</p>
<p>Soziale Öffnung der Hochschulen!</p>
<p>Situation: Das deutsche Bildungssystem verweigert ca. 2/3 eines Altersjahrgangs<br />
den Zugang zur Hochschulbildung. Wer nach Klasse 4 am wenigsten begriffen<br />
hat, über den wird ein Lebensurteil verhängt, dass er/sie auch am wenigsten<br />
Bildungszeit (5 Jahre Hauptschule gegenüber 8 oder 9 Jahren Gymnasium plus<br />
Studium) erhält. Das System sanktioniert und selektiert, statt Anreize zu<br />
schaffen und durchlässig zu sein.</p>
<p>Wir fordern:<br />
• den Abbau von Zulassungsbeschränkungen durch den Ausbau von<br />
Studienplätzen;<br />
• die gesetzliche verankerte Gebührenfreiheit von Bildung (von der Kita bis<br />
zur Hochschule!);<br />
• finanziell unabhängiges Studieren durch Stipendien.</p>
<p>Demokratisierung des Bildungssystems!</p>
<p>Situation: Studierende bilden an den Hochschulen die größte Gruppe und haben<br />
mit 17% Stimmanteil im Hochschulsenat am wenigsten zu entscheiden<br />
(Stimmanteil ProfessorInnen: 58%). Die studentische Mitwirkung z. B. im Senat<br />
erfolgt ohne materielle Kompensation zu Lasten der Zeit fürs eigene Studium.<br />
So genannte „Reformen“ wie z. B. der „Bologna-Prozess“ oder die Abschaffung<br />
des Kurssystems in der gymnasialen Oberstufe werden ohne Mitbestimmung der<br />
davon Betroffenen über diese verhängt.<br />
Unternehmen bedienen sich für private Zwecke der öffentlichen Resultate der<br />
Hochschulforschung. Die Hochschulen sollen Resultate liefern, ohne dass eine<br />
Diskussion über die Vernunft und Folgen der privatisierten Forschungsresultate<br />
stattfände.</p>
<p>Wir fordern:<br />
• eine geförderte (nicht bloß formale) und auf Viertelparität der<br />
Hochschulmitglieder basierende Mitbestimmung an den Hochschulen;<br />
• eine Mitbestimmung der Betroffenen an Runden Tischen und unter<br />
Nutzung der neuesten, die Demokratie revolutionierenden IT-Strukturen,<br />
in die alle Haushalte eingebunden werden könnten;<br />
• eine Debatte über die Verwendung von öffentlichen Forschungsresultaten<br />
für privates Gewinnstreben.</p>
<p>Unsere Forderungen beziehen sich wesentlich auf die Hochschulen. Die Situation<br />
an den Schulen verlangt ebenfalls – nicht erst seit PISA – nach einer<br />
gravierenden Veränderung, damit Lernen wieder gelingen und Spaß machen<br />
kann. Hochschulen und Schulen leiden an verschiedenen Symptomen der<br />
gleichen Krankheit.<br />
Die gegenwärtige Politik sorgt sich um weltweite „Friedensmissionen“,<br />
„Rettungsschirme“ für Banken und Abwrackprämien für Altautos.</p>
<p>Wir fordern:<br />
• eine bundesweite Bildungsoffensive, einen Förderschirm für Ungebildete<br />
und Bildungsprämien für gute Lern-. Lehr- und Studienleistungen gibt!</p>
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