Bildungsstreik Flensburg
16:30 Uhr: Streikworkshop: "Streiktrommeln bauen" +"Plakate, Fahnen und Buttons für die Demo" 18:00 Uhr: Einführungsveranstaltung CampusCamp 19:00 ...
Heute um 19.30 Uhr findet im HG 239(Nicht im Audimax) eine Podiumsdiskussion zum Thema "Bildungspolitik ...
Rund 2000 Protestierende nahmen am Mittwoch an der Demonstration durch die Innenstadt teil! Fantastische Stimmung ...
Hier könnt ihr das Programm der Aktionswoche "Bildungsstreik 2009 Flensburg" sehen. Wo die einzelnen Veranstaltungen ...
An alle Flensburger BildungsstreikunterstützerInnen! Am Dienstag, dem 9.6. findet in Kiel um 10:30 Uhr eine Bildungsstreikdemo ...
10:00 UHr. VOLLVERSAMMLUNG ++++++++5 vor 12+++++++++AM CAMPUS++++++++DEMO++++++++++
15:00 Uhr: Vortrag: Lernen unter dem Diktat der Note 16:00 Uhr: Vortrag: Lernen unter dem Diktat ...
Das Wetter war schlecht, aber die Stimmung war fantastisch! 2500 Unzufriedene hatte das Bildungsbündnis Kiel ...
Warum wir die gegenwärtige Situation in der Bildungspolitik dringend verändern müssen! Weltweit ist Bildung im Wandel: ...
Unser erster Smartmob fand am 13.5. 09 statt. Pünktlich um 5 vor 12 stürmten wir ...

Archive for Juni, 2009

Infoveranstaltung am Mittwoch, den 3.6. im Audimax

Posted by admin On Juni - 4 - 2009 ADD COMMENTS

Rund 30 Leute waren am Mittwoch der Einladung zu einer Informationsveranstaltung über den Bildungsstreik 2009 gefolgt, darunter ErzieherInnen, Studenten der Universität und Studenten der Fachhochschule Flensburg u.a.
Stefan eröffnete die Sitzung mit einer tollen Rede, die ihr HIER
findet, wo er allgemein die guten Gründe für unsere Aktionswoche aussprach und noch einmal kurz und verständlich unsere Forderungen auflistete. Auffallend waren die sich ständig wiederholenden Schwächen und Ungerechtigkeiten unseres Bildungssystems, welche schon in den KiTas anfangen, in den Schulen weitergehen und auch in den Universitäten nicht zum Stillstand kommen.

Dann kam Jannes zu Wort und stellte trotz technischer Schwierigkeiten die bisherigen Aktionen unserer Gruppe anschaulich vor und erklärte die Herkunft der “Smartmobs” asl “Flasmobs mit politischem Hintergrund”. Aufmerksamkeit aber war das eigentliche Ziel und Aufmerksamkeit, so sein Fazit zogen die Aktionen definitif auf sich. Die Gunst der Stunde wurde gleich dazu benutzt um auf den nächsten Smartmob aufmerksam zu machen, welcher am Freitag, den 5.6. um 13.30 auf dem Südermarkt unter dem Motto “Bildung kickt” laufen wird.

Timo schloss sich dieser Ankündigung an und eröffnete die Vorschau auf die Aktionswoche mit einem Ausblick auf das vom 15.-19.6. stattfindende CampusCamp, sowie die interessante Workshops. Der 17.6., der Tag der bundesweiten Demo würde im nächsten Punkt gesonderte Aufmerksamkeit zuteil werden, aber Timo zog die Zuhörer mit einer gekonnten rhetorischen Ankündigung in seinen Bann. Nicht nur sollte am 18.6. eine Podiumsdiskussion mit echten Politikern stattfinden, sondern “da anscheinend 480 Mrd. für die Banken da sind” auch ein ‘Banküberfall’, stilecht mit zerplatzenden Seifenblasen!

Nach dieser subtilen Symbolik ging es knallhart weiter, Delil bewarb die bundesweite Demonstration am 17.6. Auch wenn die Route noch inoffiziell ist, müssen sich ängstliche Studenten keine Sorgen über Überwachungsanwesenheitslisten von Professoren machen: Eine Vollversammmlung hat auch ihre guten Seiten ;)

Damit waren die ‘offiziellen’ Reden vorüber und von seiten des Plenums regten sich viele Hände, nicht nur zum Applaus, sondern vielmehr zur aktiven Teilnahme.
Die Diskussion entwickelte sich von zarten Annäherungsversuchen von FH – und Unistudenten(Kooperation statt Konkurrenz) über die noch werbefreie Munketoftzone und eine genauere Auflistung der verschiedenen Workshops zu einem allgemeinen und fruchtbaren Brainstorming zum Thema der Motivation der Masse: Neben den üblichen Werbungsmethoden standen großflächige Maßnahmen(Videoleinwand, Liveübertragung im Offenen Kanal, Banner an der Bahnhofsbrücke und Gelegenheiten zum gezielten Flyerverteilen zur Debatte.

Damit ging es auch direkt weiter, getreu dem Motto: “Keine Sitzung ohne Grundsatzdiskussion”, wurden inhaltliche Problematiken, wie zum Beispiel der Bologna-Prozess näher beleuchtet und wie man es von dem anwesenden Klientel erwartet in wohlgeschliffenen Worten diskursiv betrachtet. Am Ende stand das eher auf der Metaebene verankerte Diskussionssschema der Zweigleisigkeit: Nicht nur die philosophisch-abgehobene Ebene sei zu betrachten, sondern auch die real-politische Ebene.

Alles in Allem kann man trotz der im Vorfeld mehr erwarteten Gäste zufrieden auf die Infoveranstaltung blicken, sich auf die neuen Mitstreiker freuen und die frischen Ideen in der Aktionswoche zu einem guten Ergebnis zu formen.

Warum Bildungsstreik?

Posted by admin On Juni - 4 - 2009 1 COMMENT

Warum wir die gegenwärtige Situation in der Bildungspolitik dringend verändern müssen!

Weltweit ist Bildung im Wandel: Das Ideal einer gemeinwohlorientierten Bildung,
die genügend Raum zur Selbstverwirklichung bietet und zur kritischen Reflexion
der Gesellschaft befähigt, wird zurückgedrängt. Stattdessen wird Bildung nach
profitabler Brauchbarkeit am Arbeitsmarkt ausgerichtet und damit zunehmend
zur Ware. Diverse so genannte „Reformen“, die Einführung von Studiengebühren
und die inakzeptable Verkürzung der Lernzeiten und Verknappung von
Lehrangeboten führen zu spürbaren Einschränkungen im Bildungsbereich, obwohl
sie nach Aussagen von Politikern die „Qualität“ steigern sollten.
Dagegen regt sich Widerstand. Das Bildungssystem leidet an einem chronischen
Mangel an Mitteln auf Kosten der Menschen; dafür gibt es nur eine einzige
Lösung: Mehr Mittel! In diesem Zusammenhang steht der bundesweite
Bildungsstreik, an dem wir uns auch in Flensburg im Zeitraum 15.-19. Juni 2009
beteiligen wollen.

Ausgehend von der gegenwärtigen Situation lauten unsere Forderungen:

Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen!

Situation: Zu einem großen Anteil gewährleisten unterbezahlte und unbezahlte
Lehrbeauftragte die Hochschulbildung. Angehende Lehrer_innen werden mit
Zeitverträgen unter einem Jahr hingehalten. Lehrkräfte sind in zu großen
Klassenverbänden mit verhaltensauffälligen Kindern konfrontiert und erhalten
wenig sozialpädagogische Unterstützung. Lernende lernen oberflächlich für
Noten, statt für ein tieferes Verständnis der Inhalte. Anreize für gute Leistungen
gibt es fast gar nicht, stattdessen Beschränkungen, Gebühren, Sanktionen,
Schulden. Die Bibliotheken bleiben in Ausstattung und Öffnungszeiten weit hinter
den Konsumtempeln zurück.

Wir fordern:
• die Beendigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse in allen
Bildungsinstitutionen;
• die Aufstockung des Lehrpersonals und Verbesserung des
Betreuungsverhältnisses in Schulen und Hochschulen;
• die Umsetzung von Bildungskonzepten, die ein Begreifen der Welt fördern
und auf Zensuren und die selektive Determinierung von Lebensläufen
verzichten;
• die Behebung der gravierenden Mängel der Bibliotheken, d. h. Erweiterung
der Bestände und Verlängerung der Öffnungszeiten, z. B. an der ZHB von
45 auf 70 Stunden pro Woche.

Verbesserung der Abschlüsse BA/MA zu einer vernünftigen Studienform!

Situation: Eine im angelsächsischen Raum traditionell gewachsene Studienform
wurde dem deutschen System 2005/2006 übergestülpt mit dem Resultat:
Verkürzte Lernzeit, erhöhter Leistungsdruck, totalitäre Punkte-Erfassung, starre
Stundenplanvorgaben, fehlende Vergleichbarkeit. Die „Vergleichbarkeit der
Studienabschlüsse“ war 1999 das zentrale Argument der Rechtfertigung des
„Bologna-Prozesses“ gewesen. Vier Jahre nach Einführung ist der Wechsel
zwischen deutschen Hochschulen kein bisschen leichter als früher. Das Gegenteil
ist der Fall!

Wir fordern:
• Das Ende der Verschulung des Studiums, von Leistungsdruck bzw.
Lernstress und permanenter Kontrolle (Prüfungen und Punkte);
• die Wiederherstellung der Möglichkeit, im Studium selbstbestimmt
individuelle Schwerpunkte zu setzen;
• die tatsächliche Umsetzung der Vergleichbarkeit zwischen den
Hochschulangeboten (zwecks Studienortswechsel).

Soziale Öffnung der Hochschulen!

Situation: Das deutsche Bildungssystem verweigert ca. 2/3 eines Altersjahrgangs
den Zugang zur Hochschulbildung. Wer nach Klasse 4 am wenigsten begriffen
hat, über den wird ein Lebensurteil verhängt, dass er/sie auch am wenigsten
Bildungszeit (5 Jahre Hauptschule gegenüber 8 oder 9 Jahren Gymnasium plus
Studium) erhält. Das System sanktioniert und selektiert, statt Anreize zu
schaffen und durchlässig zu sein.

Wir fordern:
• den Abbau von Zulassungsbeschränkungen durch den Ausbau von
Studienplätzen;
• die gesetzliche verankerte Gebührenfreiheit von Bildung (von der Kita bis
zur Hochschule!);
• finanziell unabhängiges Studieren durch Stipendien.

Demokratisierung des Bildungssystems!

Situation: Studierende bilden an den Hochschulen die größte Gruppe und haben
mit 17% Stimmanteil im Hochschulsenat am wenigsten zu entscheiden
(Stimmanteil ProfessorInnen: 58%). Die studentische Mitwirkung z. B. im Senat
erfolgt ohne materielle Kompensation zu Lasten der Zeit fürs eigene Studium.
So genannte „Reformen“ wie z. B. der „Bologna-Prozess“ oder die Abschaffung
des Kurssystems in der gymnasialen Oberstufe werden ohne Mitbestimmung der
davon Betroffenen über diese verhängt.
Unternehmen bedienen sich für private Zwecke der öffentlichen Resultate der
Hochschulforschung. Die Hochschulen sollen Resultate liefern, ohne dass eine
Diskussion über die Vernunft und Folgen der privatisierten Forschungsresultate
stattfände.

Wir fordern:
• eine geförderte (nicht bloß formale) und auf Viertelparität der
Hochschulmitglieder basierende Mitbestimmung an den Hochschulen;
• eine Mitbestimmung der Betroffenen an Runden Tischen und unter
Nutzung der neuesten, die Demokratie revolutionierenden IT-Strukturen,
in die alle Haushalte eingebunden werden könnten;
• eine Debatte über die Verwendung von öffentlichen Forschungsresultaten
für privates Gewinnstreben.

Unsere Forderungen beziehen sich wesentlich auf die Hochschulen. Die Situation
an den Schulen verlangt ebenfalls – nicht erst seit PISA – nach einer
gravierenden Veränderung, damit Lernen wieder gelingen und Spaß machen
kann. Hochschulen und Schulen leiden an verschiedenen Symptomen der
gleichen Krankheit.
Die gegenwärtige Politik sorgt sich um weltweite „Friedensmissionen“,
„Rettungsschirme“ für Banken und Abwrackprämien für Altautos.

Wir fordern:
• eine bundesweite Bildungsoffensive, einen Förderschirm für Ungebildete
und Bildungsprämien für gute Lern-. Lehr- und Studienleistungen gibt!

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Das Bildungsstreikteam Flensburg besteht aus Studierenden und Professoren, Schülern und Lehrern, Lernenden und Lehrende, die die derzeitigen Verhältnisse nicht mehr hinnehmen wollen

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